Haus Elmpt

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Tranchot  Müffling Bracht
Tranchot Müffling Bracht Quelle Wikipedia Bureau topographique de la carte des quatre Départements réunis de la rive gauche du Rhin 1801, 1815-1815 Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei

Elmpt ist ein Ortsteil der Gemeinde Niederkrüchten im nordrhein-westfälischen Kreis Viersen. Zwischen dem Ort und der deutsch-niederländischen Grenze liegt der Elmpter Wald, welcher fast die Hälfte des Niederkrüchtener Gemeindegebiets ausmacht. Nördlich schließt sich der Ortsteil Overhetfeld an.

2012 Außenanlage

Dezember 2012
Dezember 2012

Dezember 2012

Haus Elmpt

Haus und Kirche

Zur Geschichte von Haus Elmpt

aus http://www.elmpterneubuerger.de/index.php?templateid=artikel&id=9

"* Elmpter Geschichte*

"Herren von Elmpt"
Während von der ehemaligen "Herrlichkeit Brempt" und ihrer großartigen Burganlage an der Schwalm heute nur noch ein verfallener Erdhügel mit Mauerresten und Scherben Zeugnis ablegt, erinnert ein neben der Elmpter Pfarrkirche errichtetes stattliches Herrenhaus eindrucksvoll an ein zweites Geschlecht, das der Herren von Elmpt, welches dem späteren Dorf den Namen gab.
Der Name Elmpt taucht erstmalig zu Beginn des 13. Jh's auf. In einer Urkunde aus dem Jahre 1203 werden die Edelherren von Elmpt mit "Elmet" oder "Elmid" bezeichnet, als Theodoricus de Elmid als Zeuge in einem Vertrag zwischen dem Herzog Heinrich I von Nieder-Lothringen (1186 - 1235) und dem Grafen Otto I von Geldern (1182 - 1207) auftritt. Die Bezeichnung für die Herren von Elmpt und den um ihren Hof stehenden Weiler wandelt sich in den nächsten Jahrzehnten. In den Jahren 1243, 1300, 1326 und 1363 lautet die Bezeichnung aber schon "Elmpt(h)", und
1400 werden die sich zu einem kleinen Dorf zusammen schließenden
Bauernhöfe ebenfalls mit Elmpt bezeichnet. Der Geschlechter- und
Dorfname dürfte sich zusammensetzen aus dem althochdeutschen elmo, elm = Ulme und dem Suffix -et, wobei letzteres eine mundartliche Abwandlung von -icht sein kann.
Als nächsten namentlich bezeichneten Elmpter Herrn finden wir Gabelo de Elmete als Ritter und Gelderner Lehnsmann in einer Urkunde vom 12. Mai 1233, einer Übereinkunft zwischen dem Grafen Otto II von Zutphen und Geldern (1229 - 1271) und dem Kapitel zu Emmerich. Nachdem dieser Margarethe, die reiche Erbin des Ritters Bruno von Hückelhoven geheiratet hatte, lebte er auf der Burg Hückelhoven. Die beiden hatten zahlreiche Kinder und wurden so zu Gründern eines weit verzweigten Geschlechtes, das bald über einen großen Grundbesitz am gesamten Niederrhein verfügte und in zahlreichen Urkunden und Verträgen der späteren Jahre erscheint. So sehen wir am 12. Februar 1223 Stephan von Elmpt als Schultheißen von Roermond, und so ist Godefridus de Elmth in
einer Urkunde vom 3. März 1243 Zeuge des Grafen Otto II von Geldern.
Am 16. November 1308 sind die Brüder Dietrich und Georg de Elmete Zeugen in einer Urkunde, wonach Stephan von Brachelen auf Erbgüter verzichtet, die an Gottfried II von Heinsberg verkauft wurden. Wilhelm von Elmete heiratete 1361 Agnes von Vianden. Einen ihrer drei Söhne verschlug es auf die Insel Oesel nordwestlich der Rigaer Bucht, er gehörte der Oeselschen Ritterschaft an. Dessen Sohn Johann van Elmete vermachte 1450 den Kindern seiner Schwester Bela sein Erbe auf den Dom
zu Reval; Bela selbst stiftete eine Vikarie im Jungfrauenkloster zu Reval.
Zu den zahlreichen Gütern der Edelherren von Elmpt gehörte auch das Gut Dilborn, durch die Ehe der Guda von Elmpt war das "feste Haus" im Jahre 1363 in ihren Besitz gekommen. 1404 verkaufte Wilhelm von Elmpt den Grater Hof bei Swalmen an Gerhard von Swalmen. Ein neben der Burg Pallant in Hottorf gelegenes Gut, der Elmpter Hof, gehörte weiter zum umfangreichen Grundbesitz. Der Elmpter Hof wurde 1448 geteilt; während eine Familie von Goir immerhin 120 Morgen Ackerland und 21 Morgen Wald erhielt, verblieb die zweite Hälfte bis zum Jahre 1800 als Lehen des
Herzogs von Jülich im Besitz der Herren von Elmpt.
In der Nähe von Herkenbosch kauften die Elmpter Herren am 19. Juni 1451 ein weiteres großes Gut, Haloide, Lehnsherr war Godevart von Roermond, bis mindestens 1654 ist das Gut in ihrem Besitz. Wilhelm von Elmpt war seinerseits 1465 Lehnsherr des Ryderhofes in Elmpt.
Die wohl größte Dotation aber fiel den "Elmptern" zu, als im Jahre 1467 Ritter Adam zu Burgau vor Johann Graf von Nassau und Saarbrücken, Herr zu Heinsberg, Wilhelm von Elmpt als Erben seines gesamten Besitzes einsetzte. Schloss Burgau im Kreise Düren zählte zu den 43
Unterherrschaften des ehemaligen Herzogtums Jülich. Die Herrschaft Burgau umfasste die Pfarrdörfer Stockheim und Niederau und mehrere lehnsrührige Höfe, wie den Hallerhof mit 200 Morgen Ackerland, den Rittersitz Domseler mit 144 Morgen Ackerland, den Stockumer Hof mit 100 Morgen Ackerland und den Steprather Hof mit 100 Morgen Ackerland.
Der Gesamtwert aller Lehnsstücke belief sich auf 100.000 Taler! Die Herrschaft Burgau selbst war Lehen der Herren von Heinsberg. Der umfangreiche Besitz blieb für mehrere Jahrhunderte im Besitz der Herren von Elmpt. 1674 fiel ein Teil durch Heirat an das Geschlecht von Wolff-Metternich, aber noch im 19. Jh. ist ein großer Teil als "landtagsfähiges Rittergut der Rheinprovinz" mit rund 1.500 Morgen Land und mehr als 700 Morgen Wald auf Caroline Philippe Gräfin von Anrep, geborene Gräfin von Elmpt,eingetragen.

Ein Sohn Wilhelms, Johann von Elmpt, hatte am 13. Juni 1486 den gesamten Besitz empfangen. Dieser unerwartete Reichtum dürfte für die "Elmpter" Anlass gewesen sein, ihr bis dahin wahrscheinlich einfaches festes Haus durch ein schlossartiges Herrenhaus zu ersetzen, von dem Teile noch im heutigen Herrenhaus erhalten sind. Wahrscheinlich bot dieser Reichtum auch die Voraussetzung für die Heirat Johann von Elmpts, der sich nun Herr von Elmpt und Burgau nannte, im Jahre 1942 mit Sophia, Tochter des Johann Spieß von Büllesheim und der Adelheid von Brempt. Als Mitgift erhielt der Bräutigam Haus und Herrlichkeit Elmpt mit Hochgericht, Herrlichkeiten, Höfen und allem Zubehör, einen Hof zu Haensom im
Kirchspiel Echt, Renten sowie Ländereien in Vlodrop und Herkenbosch, endlich das Schloss und die Herrlichkeit Burgau mit allen Dörfern, Höfen, Gerichten und Zubehör.
Durch eine weitere eheliche Verbindung fiel 1532 ein Drittel der
Herrschaft Drove an die "Elmpter", immerhin 700 Morgen und Ländereien.
In einer Urkunde vom 30. Dezember 1635 wird bestätigt, dass die "Ahnen Elmpt ... alle von Gutter alten Ritterschafft von ihren vier Anherren herkommen und zu den Wapffen geporen ... mit einiger Bürgerschafft oder bastards arth und auch alle ehelich geboren" sind. Zweifellos war das Geschlecht der Edelherren von Elmpt damals auf dem Höhepunkt seiner Macht.
1645 sehen wir Johann Heinrich von Elmpt zu Burgau als kaiserlichen Hauptmann; als er 1657 vor der Stadt Münster fällt, wird er als Fürstlich-Neuburgischer Kammerobrist, General und Gouverneur zu Düren bezeichnet.
Eine der wichtigsten Urkunden, die sowohl die Herren von Elmpt wie auch die Einwohner von Elmpt betrifft, datiert vom 4. September 1668. Adam Bertram von Elmpt tritt "vor dem königlichen Schultheißen Hermann Moren, den Schöffen, Geschworenen und der ganzen Gemeinde von Elmpt das freie
adelige Stammhaus Elmpt mit aller Hoheit und allem Zubehör" an Daniel, Freiherr zu Elmpt und Burgau,Fürstlich-Pfalzneuburgischer Kammerherr ab, um den Übergang von Stammhaus und Herrlichkeit in fremde Hände zu verhüten.
Daniel von Elmpt schwor, die Rechte der Gemeinde zu wahren und deren Freiheit zu ehren, worauf die ganze Gemeinde mit allen Untertanen Daniel den Huldigungseid leistete. Sechs Jahre später heiratete Daniel von Elmpt Maria von Wolff-Metternich.
Inzwischen hatten die Herren von Elmpt, die ins Baltikum gezogen waren, ebenfalls Karriere gemacht:
1788 wird Johann Martin Freiherr von Elmpt als Besitzer von Gut
Schwitten an der russischen Provinz Kurland genannt.
1802 trat Dorothea, Gräfin von Elmpt, die Witwe des Feldmarschalls Johann Martin, Reichsgraf von Elmpt, ihrem Sohn, Generalleutnant und Ritter Philipp Graf von Elmpt, die Güter Schwitten ab. 1790 hatte bereits Kurfürst Karl Theodor, Pfalzgraf bei Rhein und Herzog von Jülich, Kleve und Berg, in einer Urkunde bestätigt, dass "die Familie
Elmpt ein sehr altes, von Gut-freyherrlich ... aufgeschworenes Ritter-und stiftsmäßiges Geschlecht seye" und dass der im russisch-kaiserlichen Kriegsdienst stehende Johann Martin Baron von Elmpt, General der 2. Division, sich "die allerhöchst kaiserliche Huld und Zutrauen erworben habe, so erhebt er kraft seiner reichen Vikariatsmacht den Baron und dessen eheliche Nachkommen beiderlei Geschlechts in des heiligen römischen Reiches Grafenstand". Er bestätigt das Elmpt?sche Wappen und
vermehrt es um die Reichsgrafenkrone. Einen weiteren Elmpter sehen wir dann mit Franz Philipp Graf von Elmpt als Feldmarschallleutnant des deutschen Kaisers und Kommandanten von
Prag. Dieser Philipp von Elmpt hatte eine Tochter Anna Maria, die ledig blieb; im Winter 1851/52 unternahm sie eine Pilgerreise nach Rom, wo sie verstarb. In der Kirche des Hl. Rochus zu Rom befindet sich heute noch eine große steinerne Grabplatte, die an sie erinnert. Das im 16. Jh. erbaute Herrenhaus Elmpt war nur bis 1759 im Besitz der Familie von Rohe, als Adolfine von Geloes den gesamten Besitz wieder zurück kaufte. Viele Familiennamen wurden von Ortsnamen übernommen, so auch bei den Obsinigs. Als erster siegelte Johann Rode van op Synche einen Vertrag. Aus Synche wurde später Sinig und dann Rode op van Sinig.
Johanns Nachkommen schreiben sich Roe oder Rohe van op Sinig,zuletzt einfach von Rohe. Aus der Geschichte der Geloes ist zu ersehen, dass ein Renée de Geloes eine Isabella von Elmpt geheiratet hat. Die Geloes wohnten zu dieser Zeit auf Lobos bei Hasselt, dadurch kam die Verbindung zwischen den Geloes und Elmpt zustande. Nächster Eigentümer der Güter in Elmpt und Dilborn war dann der Freiherr von Hoesch zu Süntrop, anschließend
gelangten sie in den Besitz seines Schwiegersohns Freiherr Heinrich Theodor von Hallberg, dessen Erbe Haus Elmpt dann im Jahre 1854 an die Kinder des damaligen Elmpter Bürgermeisters Adams veräußerte. *
*Das Herrenhaus bestand ursprünglich aus dem eigentlichen Wohnsitz und einer Vorburg. Diese Vorburg brannte 1761 völlig ab und wurde im 19. Jh. fast ganz beseitigt, das Herrenhaus selbst wurde um die Mitte des vorigen Jh?s insofern äußerlich stark verändert, als man die interessanten hohen Dächer entfernt. In der Mitte der rechteckigen Anlage, die in Ziegelmauerwerk errichtet wurde, befindet sich noch der 1750 eingefügte Turm, zu dem eine zweiflügelige Freitreppe aus Blaustein führt. Der dreigeschossige Turm enthält im Erdgeschoss ein Rundbogenportal zwischen Pilastern in Blaustein, eingelassen ist das Ehewappen der Rohe und Kettler, die 1701 Haus Elmpt erworben hatten, das
Wappen der Rohe mit dem Andreaskreuz, das Wappen der Kettler mit dem Kesselhaken mit der Devise: "SIBI ET POSTERES", daneben befinden sich zwei schmiedeeiserne Arme. Das Obergeschoss enthält ein modernes Fenster mit Klötzchen-Friese. Im zweiten Obergeschoss befindet sich ein schmales quergeteiltes Fenster in Holzfassung. Um 1840 wurde der Turm durch eine Barockhaube geschlossen, an deren Stelle man später ein flaches Dach
gesetzt hat.
Ein größeres Wohnhaus von zwei Achsen an der Schmal- und fünf an der Langseite befindet sich auf der Westseite der Anlage, an den äußeren Ecken des Gebäudes sind auf Rausteinkonsolen und Flachbögen zierliche Ecktürmchen aufgesetzt. Das südliche reicht nur bis zum zweiten Obergeschoss und hat noch einen
zweiten Klötzchenfries, das nördliche ist ganz glatt bis zum Dach durchgeführt. Alle Fenster wurden im 19. Jh. verändert,wahrscheinlich wurde auch das gesamte dritte Geschoss erst im 18. Jh. aufgesetzt. Zwischen Torturm und Wohnhaus liegt noch ein rechteckiger Treppenturm, der im Innern mit einer schweren Holztreppe versehen ist, dieser Turm war früher mit einer hohen Spitzenhaube bewehrt, dazu trugen die Ecktürmchen hohe spitze Dächer. Auf der östlichen Seite des Herrensitzes
schließt ein großer Wohnbau, allerdings nur zweigeschossig, die
Gesamtanlage ab. Dieser Bau wird von zwei Ecktürmchen begrenzt,
sämtliche Fenster wurden nachträglich verändert und auch ein flaches Dach aufgesetzt. Auf der Rückseite waren beide Wohnbauten durch eine Wehrmauer verbunden, und zwar an der Stelle, wo sich heute eine niedrige Gartenmauer befindet. Eine Holzgalerie, die in ihren Ansätzen noch erkennbar ist, zog sich um den gesamten Hofbereich. Das Innere der Gebäude wurde im vorigen Jahrhundert vollkommen verändert. Von der alten Ausstattung ist eine Totentafel zu nennen, die an Johannes Franz von Obsinnig, genannt von Rohe, erinnert, der am 6. März 1742 als Obristwachtmeister des Althanischen Dragonerregimentes verstorben ist.
1916 ist der Großneffe des Bürgermeisters Adams aus Elmpt, Bürgermeister a.D. Wilhelm Heinrichs, im Besitz von Haus Elmpt. In den 60-er Jahren fiel das Gut an die Altgemeinde Elmpt, als diese zahlreiche Grundstücke aus dem Nachlass des Franz Heinrichs erwarb. Die Gemeinde Elmpt übertrug am 31. Dezember 1971 das Anwesen an Frau Maria von Elmpt, die sich zur Instandsetzung und Erhaltung des Hauses verpflichtete. 1976 wurde auf Anregung des Landeskonservators das Zwiebeltürmchen wieder auf dem Turm
errichtet, am 21. Januar 1976 ersteigerte eine Bank den gesamten Besitz.
Heute ist Haus Elmpt in Privatbesitz."

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