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Inhaltsverzeichnis

VIE Pannenmühle

Alter Gebäudeteil


Geschichte um und von der Pannenmühle Die Pannenmühle an der freundlichen, munter plätschernden Schwalm feierte am zweiten Maiensonntag unter strahlendem Himmel Geburtstag. Vor 50 Jahren wurde Gastwirtschaft und Pension am "Spanischen Häuschen" eröffnet, und der Besitzer nannte sich von nun an stolz "der Badewirt von Pannenmühle. Mit wahrhaft ergötzlichen Plakaten und Zeitungsartikeln im damaligen "Dülkener Generalanzeiger" machte er eine erfolgreiche Reklame für seine stärkenden Wellen- und Schwimmbäder, die bei längerem Gebrauch nach Feststellung der gelehrtesten Ärzte ein hohes Alter erreichen ließen und für seine Küche, die mit allen Lekerizitäten des 20. Jahrhunderts dienen könne. Etliche seiner Werbeprospekte sind noch vergilbt erhalten. Sie stammen aus dem ersten Jahrzehnt unseres unruhigen Jahrhunderts, aus jener Zeit, da man noch an keine Weltkriege dachte. Unter einem Motto wie dem: "Rede wenig aber wahr, verzehre ziemlich, zahle bar auf Pannenmühle in diesem Jahr", erzählte der Badewirt irgend eine Geschichte, die schließlich im Lob der Pannenmühle ausklang. "Dabei ist der Preis der Pension nicht zu teuer, pro Tag für Erwachsene 3 RM". Nun, dieses erscheint uns heute wirklich beachtenswert, aber die idyllische Mühle an der Schwalm bot weit mehr: "Sie können auch Ihre heiratsfähigen Töchter mitbringen, die haben hier die beste Gelegenheit reich zu heiraten. Schön brauchen die Damen nicht zu sein, denn die Herren, die hier verkehren, sind selbst schön genug, die sehen mehr auf das Herz". Das hatte gewiß auch der Pannenwirt auf dem rechten Fleck. In launiger Beredsamkeit pries er nicht nur sein Besitztum als "Badeanstalt verbunden mit Sommerwirtschaft und Luftkurort", sondern das ganze anmutige Schwalmtal, so daß dies reizende Fleckchen Erde um jene Zeit erst richtig begann, ein beliebtes sonntägliches Ausflugsziel zu werden. Das ist es, und mit ihm die trauliche Pannenmühle, die ihren Namen von der nahegelegenen Feldmark Pannenberg hat, bis auf den heutigen Tag geblieben. Sie ist eine der hübschesten unter den 20 Schwalmmühlen, wenn auch ihre Räder sich nicht mehr drehen. Seit 1927 als die Schwalm ein neues Bett bekam. Neben ihrer reizvollen Lage hat sie ein kleines historisches Denkmal aufzuweisen, das "Spanische Häuschen", das aus dem Jahre 1524 stammt. Seinen Namen hat es aus der Zeit der spanischen Niederlande, in der es als Zollhaus diente. Die Schwalm, die seine Oelmühle trieb, hat sich durch Jahrhunderte hindurch als ein Grenzflüßchen erhalten. Im Mittelalter schied sie die feindlichen Herzogtümer Jülich und Geldern voneinander. Die Pannenmühle lag am linken Schwalmufer, das selbst heute noch "die spanische Seite" genannt wird auf gelderischem Gebiet und hat das wechselnde Schicksal des mittelalterlichen Herzogtums, das von der Zuidersee bis Erkelenz reichte, getreulich geteilt. Mit ihm wurde sie vorübergehend unter Maximilian habsburgisch. Als dessen Enkel Karl V. sein Reich 1555 teilte, fielen die Niederlande, denen Geldern seit 1543 als Provinz angehörte, an Karls Sohn Philipp, den sein Vater zum König von Spanien gemacht hatte. So wurde die linke Schwalmseite spanisch. Um diese Zeit also hausten in der Pannenmühle die Zöllner und bewachten die Grenze Spaniens am Niederrhein. Diese blieb spanisch, selbst als der größte Teil des Herzogtums Geldern sich 1581 an die Republik der Vereinigten Niederlande unter Wilhelm von Oranien anschloß und damit Spanien lossagte. Auch der 30jährige Krieg und die verschiedenen Raubzüge Ludwig XIV. von Frankreich änderten daran nichts. Erst der spanische Erbfolgekrieg brachte einen Wechsel in der Herrschaft, 1713 gehen die spanischen Niederlande an Österreich über. Ein Teil des Oberquartiers fällt zwar an Preußen, aber das Gebiet von Roermond und Wegberg bis zur Schwalm hin wird österreichisch. So blieben die Besitzverhälnisse, bis 1792 die französischen Revolutionsheere das linke Rheinufer besetzten, und sowohl rechts als links der Schwalm wehte die Trikolore. 1815 jedoch mußte sie, nach dem Sturz Napoleons, laut Bestimmung des Wiener Kongresses dem preußischen Adler weichen. Nach dem Abstecher in die historische Vergangenheit, zurück zur Pannenmühle. Ursprünglich beherbergte das alte Haus aus dem 16. Jahrhundert eine Oelmühle. Im Spanischen Häuschen war schon Anfang des 19. Jahrhunderts eine Gastwirtschaft eingerichtet. Der Wirt, welcher gleichzeitig Gerber war, hatte auf der anderen Straßenseite seine Werkstatt. Sein Lokal war auch im stolzen Besitz einer Bügelbahn. Um 1870 wurde aus der Oel- eine Mehlmühle, später wurde ohne Wasserkraft Futterschrot gemahlen. Seit der Franzosenherrschaft, die den Bauern am Niederrhein, die bis dahin leibeigen waren die Freiheit brachte, besteht auch das neuere Gebäude, das 1882 der spätere "Badewirt" erwarb, und in dem er im Frühjähr 1900 die Gastwirtschaft Pannenmühle die "hübsche Mühle an der Schwalm" wieder auferstehen ließ.



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Der Pannenmüller verfügte derzeit über vier Keilpressen und konnte acht Doppelzentner Ölsaat in 16-stündiger Arbeit herstellen. Das "Spansch Hüske" (spanisches Häuschen) in Fachwerkbauweise stammt aus dem 17. Jahrhundert Pannenmühle bei Niederkrüchten und war das frühere Zollhaus an der Grenze zwischen den spanischen Niederlanden und dem Herzogtum Jülich. Die heutigen Niederlande waren in der Zeit von 1543-1793 Teil des spanischen Königreiches. Das Ziegelwohnhaus der Pannenmühle wurde 1806 vom Müller Toerschen gebaut, dessen Schwiegersohn Eberhard Botz die Mühle 1847 auf vier Keilpressen, zwei Kollergänge und ein Rührwerk erweitern ließ. 1873 fügte er noch zwei Mahlgänge für Roggen und Weizen hinzu. 1882 kaufte Friedrich August Gotzes die Pannenmühle von dem in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Botz, stellte den Mahlbetrieb allerdings schon acht Jahre später ein. Ab 1913 wurde die Pannenmühle als Sommerwirtschaft mit einer Badeanstalt ausgewiesen. Daher war Müller Gotzes bei allen Pannenmühle bei Niederkrüchten als der "Badewirt" bekannt. Ein Badevergnügen der besonderen Art versprach das "Reiten auf dem Mühlrad", wobei von der Arche aus das laufende Rad bestiegen wurde und nach einer halben Umdrehung auf dem Rad in den Kolk hinter dem Mühlrad gesprungen wurde.
Der Kolk ist eine teichähnliche Vertiefung, die durch Ausspülung des Gewässergrundes vom ständig herabstürzenden Wasser hervorgerufen wird. Das Wasser hinter dem Mühlrad sammelte sich damals in einem großen See, der, wie schon erwähnt, dem Badebetrieb diente und bis zur nächsten Mühle reichte.
aus http://www.norbert-kindler.de/index.php?doc=muehle.htm



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Mühlenhaus


Mühlrad ist dahinter Beschreibung an der Mühle zeigt, das hier lange die Grenze nach Spanien war. Die Schwalm war Grenzfluß.



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