Eggenrather Hof

Kleinod in weiter Börde

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Tranchot  Müffling Westrich
Tranchot Müffling Westrich Quelle Wikipedia Bureau topographique de la carte des quatre Départements réunis de la rive gauche du Rhin 1801, 1815-1815 Diese Bild- oder Mediendatei ist gemeinfrei

Der Eggerather Hof wurde erstmals 1197 urkundlich als Eckenrode erwähnt und steht unter Denkmalschutz. Vermutlich handelte es sich damals um einen Weiler, wird er doch als uilla (villa=Dorf) bezeichnet. Im 14. Jahrhundert nannte sich ein Adelsgeschlecht nach dem Hof. Verschiedene Adelsfamilien waren im Laufe der Jahrhunderte Eigentümer des Hofes. Im 18. Jahrhundert wurde er als Rittersitz aufgeführt. Im 19. Jahrhundert gelangte der Hof in bürgerlichem Besitz. aus http://de.wikipedia.org/wiki/Holzweiler


aus http://www.ms-visucom.de/cgi-bin/ebidat.pl?id=4729

Geschichte:
Der Eggerather Hof liegt, von altem Baumbestand umgeben, alleine in der Feldflur nordwestlich von Holzweiler, rund 700 Meter östlich des Roitzerhofes (siehe dort). Wahrscheinlich entstand hier schon während der Rodungsphase des 9./10. Jhs. eine kleine Dorfsiedlung. 1197 wird die zum Besitz des Otto von Wickrath gehörende Anlage erstmals urkundlich erwähnt: Ein Zehnt war zu dieser Zeit der Abtei Knechsteden zugehörig. Diese Überlieferung dürfte sich mit hoher Wahrscheinlichkeit noch auf die Vorgängeranlage, eine Motte (= Eggerather Hof, Motte) beziehen.
1301 und 1311 tritt ein Heinrich von Eggerath bei zwei Verkaufsakten in Erscheinung. Aus dem Jahr 1402 ist Joris von Eggerath, 1422 ein Peter von Tüschenbroich genannt Eggerath als Eigentümer überliefert. 1461 und 1473 wird letzterer oder ein gleichnamiger Nachfahre nochmals genannt. Spätestens um diese Zeit erfolgte die Erweiterung der Anlage zur Wasserburg. 1516 kommt der Adelssitz mit allem Zubehör, Ackerland, Weihern, Büschen und Zinshühnern durch Heirat an die Familie von Oest und danach an die von Boetzler. 1599 wird Schweder von Boetzler auf dem Jülicher Ritterzettel als "zu Eggerod" ansässig verzeichnet. 1629 gehört der Adelssitz Adrian von Nulandt zu Eggerath. Von 1654 bis um 1820 bleiben die Herren von Leerodt die Eigentümer. Danach kommt das Anwesen an Franz Jorissen. Seit Mitte des 16. Jhs. bewohnten und bewirtschafteten das Anwesen Halfen, also Pächter. Der Adelssitz gehörte zum Jülicher Amt Kaster sowie zur Gemeinde und Pfarre Holzweiler. Voraussichtlich 2030 muss der Eggerather Hof dem Tagebau Garzweiler II weichen.
(Markus Westphal)

Bauentwicklung:
Die Anlage besaß eine Motte als Vorgängerin, deren Hügel bis zum 19. Jh. in der Südwestecke erhalten blieb. Vielleicht nahm er bis in die frühe Neuzeit die Funktion eines Turmes ein. In den Jahren 1720 bis 1725 gab es große Umbauten an den Wirtschaftsgebäuden und der Brücke, davon könnte auch eine Restbebauung des Mottenhügels betroffen gewesen sein. Im Laufe des 19. Jhs. trug man den Hügel ab und schüttete damit die ringsum verlaufenden Gräben zu. Der westliche Wassergraben wurde dabei verändert und verkleinert. Dafür erhielt man nun eine komplett nutzbare rechteckige Innenfläche auf der um 1900 eine geschlossene Vierflügelanlage sichtbar ist. Heute nimmt den Bereich des Mottenhügels eine moderne Scheunenhalle ein. (Markus Westphal)

Baubeschreibung:
Die Innenfläche der von bis zu 16 Meter breiten Wassergräben umgebenen Burg war bis ins 19. Jh. L-förmig um die Motte angelegt. Die Zufahrt führt heute über eine Steinbrücke durch einen Torbau mit Korbbogen in Hausteinfassung. Über dem Walmdach thront eine sechsseitige Laterne. Das östlich neben dem Tor liegende Herrenhaus stammt aus dem Jahr 1754. Während einige in Fachwerk ausgeführte Wirtschaftgebäude der Vierflügelanlage älter sein dürften, nimmt den Westteil heute eine moderne Scheunenhalle ein. (Markus Westphal)

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